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24.05.2010/evtl. eines der folgenschwerstes Unwetter (Tornado) seit Jahrzehnten in Sachsen/ Bericht aus Region Leipzig bis Radeberg

(Ausführliche Dokumentation über den historischen Torndaovorfall in Sachsen erscheint innerhalb der nächsten Wochen)

!!! Sämtliche Aufnahmen dürfen OHNE meine Genehmigung NICHT vervielfältigt werden !!!

Guten Tag,

am 24.05.2010 zog eine gigantische Superzelle durch Sachsen hinweg. Hier werd ich mich erstmal nur auf das gestrige Chasing begrenzen. Im Anschluß gibt es noch ein paar Worte zur kurzen Schadensbegutachtung in Radeberg (Dresden/Kamenz).

Gegen 13:30 Uhr machte ich mich auf den Weg zur A14. Auf den Weg dort hin konnte ich plötzlich das massive entstehen eines gigantischen Aufwindbereiches beobachten. Dieser stand wie ein Fels in der Brandung. Die scharfen und massiven Kanten sprachen für eine sehr starke Zelle. Zu dem Zeitpunkt telefonierte ich mit Micha und wir beide waren uns zu dem Zeitpnkt einig das diese Zelle potenzial für eine Superzelle haben könnte. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst was aus dieser Zelle werden wird.

Hier ein unter anderem die erste Sichtung:


Da die Zelle noch westlich von der A9 stand habe ich mich entschlossen diese höhe Brena/Delitzsch/Wolfen abfangen zu wollen. Ich weiß das die Zellen eine ungefähre Geschwindigkeit von 70km/h aufwiesen. Dennoch habe ich ein Versuch gewagt, immerhin war die Zelle noch ca. 50-80 km entfernt.

Ca. 30min. später traf ich in Bitterfeld ein. Ich hatte es geschafft die Zelle fast abzufangen. Ich versuchte seitlich an der Zelle vorbei zu kommen um direkt mich an der Front zu platzieren.

Ein Bild aus Bitterfeld:


Ca. 5km hinter Bitterfeld saß ich bereits vor der Zelle jedoch war die Sicht absolut bescheiden so das ich noch einige Kilometer weiter fahren musste.
Dabei kam ich zu meinen Pech in ein Waldgebiet welches erst nach 10 min. die Sicht wieder frei gab. Ebenso hatte die Straße nicht die Führung wie ich sie mir erwünscht hatte. Dadurch verpasste ich die Zelle um ca. 20Km.

Mir war nur dieser eine Blick vergönnt:


Hier eine Übersicht wo ich mich befand. Ich stand bei Schleitz. Die Zelle war zu dem Zeitpunkt ca. Tornau / Bad Düben. Und kurz hinter Torgau wurden die ersten evtl. tornadischen Schäden gemeldet: Quelle: Google



Somit war die Zelle für mich Geschichte gewesen. Besonders ärgerlich halt das die Zelle 40-50 Km von meinen Standort aus tornadisch wurde. Jedoch war ein heran kommen über Landwege nicht mehr möglich. Im übrigen habe ich auch erst Abends ab 19 Uhr erfahren das es in dem Bereich die ersten Schäden gab.

Also habe ich mich entschlossen erst noch einen Moment abzuwarten was nun passiert. Radar gescheckt und nochmal aus dem Auto gestiegen. Da sah ich das sich bereits eine neue Zelle entwickelte. Überall fing es an direkt vor und über mir zu rotieren.



Wenige Minuten später entdeckte ich eine verdächtige Formation vor mir. Diese rotierte erheblich und schraubte sich schnell nach unten, nach ca. 2-3 Minuten war der Spuk wieder vorbei. Da ich mir nicht sicher war, hier nun die Preisfrage an euch. Funnel oder kein Funnel ?
 Hier nun 4 Bilder in zeitlicher Reihenfolge:






Als sich die Sicht dann immer mehr verschlechterte und der Niederschlag näher kam machte ich mich wieder zurück zur A9.


Man beachte die grünliche VErfärbung:


Als ich auf der Autobahn wieder angekommen war sah ich bereits eine gigantische Shelf auf Sachsen zu kommen. Nun begann für mich der Wettlauf mit der Zeit. Direkt in Brehna auf der A9 stand ich direkt an der Kante der Shelf. ICh wollte vor der Shelf in Leipzig sein um Fotos machen zu können. Also rauf auf das Gas und der Wettlauf bekann...Enno gegen die Shelf.

Das Ergebniss ? Enno gewann das Rennen In Kleinpösna habe ich mich auf ein Feldweg positiniert und habe die Fornt direkt abgefangen...so eine massive Front habe ich bisher äußerst selten gesehen. Der Anblick war furcht einflößend.

Einige Bilder in zeitlicher Reihenfolge:









Als die Front durch war, welche erheblichen Niederschlag brach und auch vereinzelt Sturmböen (entwurzelte Bäume in und um Leipzig) bekam ich erste Schadensmeldungen welche angeblich tornadischen Ursprungs sein sollen aus dem Raum Radeberg.
Micha war schon vor Ort und meldete starke Vegetationsschäden.
Darauf hin habe ich mich sofort nach Radeberg (bei Dresden) begeben.
Vor Ort gab es ein teilweise erschütternes Bild von vegetativen Zerstörungen.

Wir machten uns an die Arbeit bei Radeberg Bruchstellen abzufahren und die Fallrichtungen zu ermitteln. Dabei kam ein Muster heraus das alle Bäume in die Richtung Ost-Süd-Ost gefallen sind. Die Bäume, zum Teil erheblichen Umfanges, waren entwurzelt oder einfach gebrochen. I Radeberg ist uns nur ein größer Schaden am dortigen Klinikum bekannt. Dort wurde Dach (Die Teerplatten) inkl. Styropor abgetragen. Fallrichtung ebenfalls O-S-O. man sah auf einen Streifen von 8km länge überall das selbe Fall,- bzw. Bruchmuster. In den vielen dort vorhanden Rapsfeldern gab es keinerlei tornadische Spuren. Da uns die Zeit davon rannte mussten wir auch schon leider wieder nach Hause. Jedoch gibt es in dem Bereich eine Menge Leute die sich das ganze nochmal genauer anschauen werden.

Bild vom Klinikum:











Auf dem HEimweg gab es dann noch ein schönen Leckerbissen. Es bildete sich genau vor mir ein weiteres Multizellensystem der schönsten optischen Sorte. Der Anblick war einfach ein Genuss.






So, das war es erstmal. Das ganze wird auch noch ausführliche die nächsten Tage auf der Website fort geführt. Ebenso werde ich auf meiner Website in den nächsten Wochen eine ausführliche Dokumentation über diesen evtl. Historischen Tornado-Ereigniss veröffentlichen. Aktuell vermutet man das der Tornado der Superzelle eine Schneise von ca. 80km geschlagen hat und ein Durchmesser von teilweise 800-1000 Meter vorwies. Diese Daten sind aber noch nicht Verefiziert und daher mit äußerst Vorsicht zu genießen.

Fakt ist das dieser Tag leider Gottes, tragischer Weise ein 6 jährigem Mädchen das Leben kostete.Ebenso gab es ca. 36 teils Schwerverletze sowie eine geschätzte Schadenssumme von 80 Millionen Euro. Ich finde man sollte dieses nicht vergessen und immer vor Augen führen, bei welcher Faszination dem Wetter gegenüber man auch immer hat, unser Hobby hat auch immer eine düstere Schattenseite. Von daher gehen wir teilweise einen recht schmahlen Grad zwischen beiden "Welten".

Weitere Aufnahmen gibt es von Michael Popp hier:
24.05.2010/Sachsen/schwere Unwetter