11.09.2011: Blitzfeuerwerk im Münsterland E-Mail
In der Nacht von Samstag auf Sonntag konnte ich eine schöne Blitzshow genießen. Angesichts der Tatsache, dass diese Saison für mich äußert unbefriedigend verlaufen ist und ich bis dato nicht einen vernünftigen Blitz auf den Chip meiner EOS ablichten konnte, so war dieses Ereignis fast schon ein Sechser im Lotto. Alles fing kurz nach Mitternacht an, als ich überraschend feststellen musste, dass am westlichen Horizont sehr deutliches und stellenweise helles Wetterleuchten zu sehen war. Es handelte sich dabei um einen Gewitterkomplex im niederländischen Grenzbereich, Luftlinie rund 80 bis 100 km entfernt. Ich fuhr also nochmal raus zu meinem Beobachtungshügel und schoss ein paar Fotos. Exemplarisch nachfolgend ein Bild.



Trotz der großen Entfernung konnte man ganz vereinzelt einzelne Blitze erkennen. Nett anzuschauen, aber fototechnisch ist da halt nicht gewaltiges rauszuholen. Mein Augenmerk richtete sich auf eine kleine Zelle im Münsterland, die mit Kurs Nordost Richtung Emsland/Nordkreis Osnabrück steuerte. Ich überlegte eine Zeit, ob es die kleine Zelle überhaupt wert ist, gejagd zu werden. Immer auch mit der Befürchtung, dass sie auf halben Wege plötzlich schlapp macht. Dann programmierte ich aber doch den Beobachtungshügel von Neuenkirchen (bei Rheine) ins Navigationsgerät und fuhr los. Die Autobahn war nahezu leer und so erreichte ich in Rekordzeit das Beobachtungsgebiet. Ich fuhr zwischen den mannshohen Maisfeldern durch und steuerte dann auf den letzten hundert Metern geradewegs auf die Zelle zu.

Die Konturen eines Art Atompilzes zeichneten sich deutlich erkennbar am - dem fast Vollmond sei es gedankt - aufgehellten Himmel ab. Und plötzlich schoß ein Blitz aus dem Turm hervor. Das kleine Biest hatte also tatsächlich was drauf. Ich hielt den Wagen an, stieg aus und schaute weiter zur Zelle. Immwe wieder waren Blitze zu sehen, das Ding war erstaunlich blitzaktiv. Ich baute mein Kamera auf, konnte dank des hellen Mondlichts problemlos die Bedienknöpfe einstellen und fotografierte los.



In der darauffolgenden halben Stunde wurde ich dann Augenzeuge eines herrlichen Blitzspektakels, während die Zelle sich langsam näherte. Das obige Radarbild gibt die Situation exemplarisch wieder. Immer wieder peitschen Blitze aus dem Turm und Ambossbereich hervor, während die Kamera brav jedes Bild acht Sekunden lang belichtete. Alleine auf dem Feld stehend wurden mehr und mehr Glückshormone in den Körper gepumpt, während auf den angrenzenden Feldern und in der Luft allerei Getier merkwürdige Geräusche von sich gab, was stellenweise schon etwas unheimlich war. Vom Maisfeld will ich gar nicht erst weiter reden...













Langsam machte sich auch Donnergrollen bemerkbar. Die Zelle würde mich an meinem Standort knapp streifen und ich freute mich schon drauf, vielleicht ein paar Naheinschläge einzufangen und dann die Rückseite abziehend zu genießen. Doch quasi von einer Sekunde auf die andere muss irgendwas entscheidendes im Lebenszyklus der Zelle passiert sein, hörte die Blitzaktivität schlagartig auf. Es dauerte noch rund 20 Sekunden, dann verstummte auch der Donner. In den folgenden Minuten zog die Zelle dann mit einem zerfransten Eisschirm an mir vorbei und löste sich auf. Für das ganze große Spektakel hat es also leider nicht gereicht, ich war aber auch so extrem glücklich und froh über die Ausbeute.

Abschließend ein Zeitraffervideo von der Zelle...

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